Flaschenpost und Wolkenkino – vom Leben auf Schiffen
„Ein ganzes Leben an Bord! Wann dieser Gedanken das erste Mal so klar auftauchte, kann ich nicht mehr sagen. Begleitet hat er mich aber schon sehr lange, losgelassen nie mehr.“ Detlef Jens war jahrelang mit verschiedenen Segelyachten unterwegs. Zwar wurde Jens letztlich mit Partnerin und zwei Kindern in Hamburg sesshaft, an Land zog es ihn deshalb aber noch lange nicht. Der Klipper Pippilotta im Hafen Teufelsbrück wurde sein Zuhause. Im Internet fand er das 1906 in Belgien gebaute Schiff, als kurz vor der Geburt des zweiten Kindes das bisherige Heim, Motor-Binnenschiff Libje, zu klein erschien.
Zwar erweist sich der Verkauf der Libje als kompliziert und die Liste versteckter Mängel am neu erworbenen Schiff wird immer länger. Doch schließlich bezieht die Familie ihr Pippilotta getauftes Heim. Trotz aller Widrigkeiten wird die Richtigkeit des Kaufs nie ernsthaft in Frage gestellt. „Ich besah mir mein Schiff. Mein Haus. Schiffshaus für meine Familie und mich. ... Etwas Schöneres, das schwöre ich, gab es für mich in diesem Moment auf dieser ganzen, wunderbarsten aller Welten nicht.“
Detlef Jens offenbart seinen Lesern besondere Momente seines Lebens an Bord, schwelgt (immer zwinkernd) in Erinnerungen an frühere Schiffe, Reisen, Lebenserfahrungen. Ein unterhaltsames, offenes, selbstironisches Buch, das jeden segelbegeisterten Leser sein Haus mit kritischen Augen betrachten lassen wird. (sts)
Detlef Jens: „Flaschenpost und Wolkenkino – Vom Leben auf Schiffen“; Verlag: BoD; 9,80 EUR
Fazit: Aussteigerromantik 100%, maritimer Bezug 100%, Humor 80%.
Bewertung: 4 von 5 Punkten
Rezension von Stefan Schorr (freier Journalist und Fotograf)
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